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01. / 02. Februar 2003 -- Westfalen-Blatt Nr. 27


Liefern Bakterien die Energie der Zukunft?

Der Bielefelder Biologe Klaus Peter Bader erforscht die Gewinnung
von Bio-Wasserstoff

Von Hendrik Uffmann (Text) und Hans-Werner Büscher (Foto)

Bielefeld (WB). Die Energie der Zukunft könnten Bakterien und Algen liefern. Alles, was diese dafür brauchen, sind Sonnenlicht und die richtige »Umgebung«. Denn dann, so Prof. Dr. Klaus Peter Bader, produzieren sie Wasserstoff. Und das Gas, ist der Wissenschaftler überzeugt, könnte einmal die Rolle von Erdöl und Benzin übernehmen. Seit Jahren arbeitet Bader von Bielefeld aus an der Erforschung der biologischen Produktion von Wasserstoff.

Wasserstoff als Lieferant von Energie für Automotore oder Kraftwerke könnte vor allem auch wirtschaftlich einsetzbar sein. „Von allen Alternativen zu fossilen Brennstoffen, die derzeit geprüft werden, halte ich Wasserstoff für die sinnvollste“, erklärt Bader, der in Bielefeld das Institut für Biomedizin und Umweltconsulting leitet und bundesweit zu den Experten für biologische Wasserstoffgewinnung zählt. 

Dass eine Alternative gebraucht wird, ist jedenfalls schon jetzt sicher. Denn die fossilen Brennstoffe wie Erdöl oder Erdgas werden nach derzeitigen Berechnungen in nicht allzu ferner Zukunft verbraucht sein. Noch streiten sich die Experten darüber, wie lange die Reserven halten werden. „Doch ob 30, 40 oder 50 Jahren ist eigentlich egal. Wichtig ist, dass sie in absehbarer Zeit zu Ende gehen werden“, so Klaus Peter Bader.

Prof. Dr. Klaus Bader

Der Bielefelder Wissenschaftler Klaus Peter Bader leistet seit Jahren wichtige Grundlagenforschung für die Gewinnung von Bio-Wasserstoff. Bestimmte Bakterien und Algen wie diese, die in einem Labor der Uni in Petrischalen gezüchtet werden, können das wertvolle Gas produzieren.

Zur Person

Stichwort: Bio-Wassersoff

Die Frage, an der Wissenschaftler derzeit arbeiten ist: „Wie kann Wasserstoff wirtschaftlich und umweltfreundlich produziert werden?“ Denn die synthetische Herstellung des Gases, die heute am weitesten verbreiteten ist, hat zwei schwerwiegende Nachteile. „Zum einen entsteht bei dem Prozess Kohlendioxid, das den Treibhauseffekt verschärft. Und zum anderen wird dabei viel herkömmliche Energie benötigt“, erklärt Klaus Peter Bader.

Wie statt dessen aus Bakterien und Algen Wasserstoff umweltfreundlich gewonnen werden kann, dafür leistet der Wissenschaftler seit Jahren zusammen mit der Biologie-Fakultät der Universität Bielefeld Grundlagenforschung. Im Gegensatz zu einer Handvoll Forscherteams an anderen Universitäten, die in Deutschland ebenfalls an diesem Thema arbeiten, betont der Bielefelder Biologe vor allem die praktischen Anwendung der Verfahren. Inzwischen sind die Probleme dabei jedoch schon soweit gelöst, dass Bio-Wasserstoff durch Bakterien und Algen nicht nur im Labormaßstab, sondern auch schon in großen Mengen produziert werden kann.

Und auch die Industrie, die das Gas auf biologischem Weg einmal in ganz großem Maßstab herstellen könnte, beginnt momentan, sich für das Verfahren zu interessieren. Deutlich gespürt hat dies Klaus Peter Bader vor wenigen Tagen bei dem internationalen Kolloquium „Fuels“ (Kraftstoffe) in Esslingen bei Stuttgart, zu dem er als Referent eingeladen war. „Noch vor zwei Jahren war diese Methode kaum ein Thema. Jetzt fangen die Firmen an, hellhörig zu werden.“

Denn auch die Abnehmer für den Wasserstoff sind nicht untätig. Bereits jetzt arbeiten fast alle großen Autohersteller an einem Fahrzeug-Modell, dass von dem umweltfreundlichen Gas angetrieben wird. Und im Jahr 2020, so die Prognosen, soll es in Deutschland bereits 10 000 Wasserstoff-Tankstellen für Autos geben.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Institut für Biomedizin und Umweltconsulting (IFBUC)

Westerfeldstr. 1 - 3
33611 Bielefeld
Tel.: 0521 - 989 21 80
Fax: 0521 - 989 21 90
e-mail: info@ifbuc.com oder k.bader@uni-bielefeld.de