Liefern Bakterien die Energie der Zukunft?
Der Bielefelder Biologe Klaus Peter Bader erforscht die Gewinnung
von Bio-Wasserstoff
Von Hendrik Uffmann (Text) und Hans-Werner Büscher (Foto)
Bielefeld (WB). Die Energie der Zukunft könnten Bakterien und Algen liefern.
Alles, was diese dafür brauchen, sind Sonnenlicht und die richtige »Umgebung«.
Denn dann, so Prof. Dr. Klaus Peter Bader, produzieren sie Wasserstoff. Und das
Gas, ist der Wissenschaftler überzeugt, könnte einmal die Rolle von Erdöl und
Benzin übernehmen. Seit Jahren arbeitet Bader von Bielefeld aus an der
Erforschung der biologischen Produktion von Wasserstoff.
Wasserstoff als Lieferant
von Energie für Automotore oder Kraftwerke könnte vor allem auch wirtschaftlich
einsetzbar sein. „Von allen Alternativen zu fossilen Brennstoffen, die derzeit
geprüft werden, halte ich Wasserstoff für die sinnvollste“, erklärt Bader, der
in Bielefeld das Institut für Biomedizin und Umweltconsulting leitet und
bundesweit zu den Experten für biologische Wasserstoffgewinnung zählt.
Dass eine Alternative
gebraucht wird, ist jedenfalls schon jetzt sicher. Denn die fossilen Brennstoffe
wie Erdöl oder Erdgas werden nach derzeitigen Berechnungen in nicht allzu ferner
Zukunft verbraucht sein. Noch streiten sich die Experten darüber, wie lange die
Reserven halten werden. „Doch ob 30, 40 oder 50 Jahren ist eigentlich egal.
Wichtig ist, dass sie in absehbarer Zeit zu Ende gehen werden“, so Klaus Peter
Bader.
|
 |
|
Der Bielefelder Wissenschaftler
Klaus Peter Bader leistet seit Jahren wichtige Grundlagenforschung für die
Gewinnung von Bio-Wasserstoff. Bestimmte Bakterien und Algen wie diese, die
in einem Labor der Uni in Petrischalen gezüchtet werden, können das
wertvolle Gas produzieren.
|
|
Zur Person
Stichwort: Bio-Wassersoff |
Die Frage, an der
Wissenschaftler derzeit arbeiten ist: „Wie kann Wasserstoff wirtschaftlich und
umweltfreundlich produziert werden?“ Denn die synthetische Herstellung des
Gases, die heute am weitesten verbreiteten ist, hat zwei schwerwiegende
Nachteile. „Zum einen entsteht bei dem Prozess Kohlendioxid, das den
Treibhauseffekt verschärft. Und zum anderen wird dabei viel herkömmliche Energie
benötigt“, erklärt Klaus Peter Bader.
Wie statt dessen aus
Bakterien und Algen Wasserstoff umweltfreundlich gewonnen werden kann, dafür
leistet der Wissenschaftler seit Jahren zusammen mit der Biologie-Fakultät der
Universität Bielefeld Grundlagenforschung. Im Gegensatz zu einer Handvoll
Forscherteams an anderen Universitäten, die in Deutschland ebenfalls an diesem
Thema arbeiten, betont der Bielefelder Biologe vor allem die praktischen
Anwendung der Verfahren. Inzwischen sind die Probleme dabei jedoch schon soweit
gelöst, dass Bio-Wasserstoff durch Bakterien und Algen nicht nur im
Labormaßstab, sondern auch schon in großen Mengen produziert werden kann.
Und auch die Industrie, die
das Gas auf biologischem Weg einmal in ganz großem Maßstab herstellen könnte,
beginnt momentan, sich für das Verfahren zu interessieren. Deutlich gespürt hat
dies Klaus Peter Bader vor wenigen Tagen bei dem internationalen Kolloquium „Fuels“
(Kraftstoffe) in Esslingen bei Stuttgart, zu dem er als Referent eingeladen war.
„Noch vor zwei Jahren war diese Methode kaum ein Thema. Jetzt fangen die Firmen
an, hellhörig zu werden.“
Denn auch die Abnehmer für
den Wasserstoff sind nicht untätig. Bereits jetzt arbeiten fast alle großen
Autohersteller an einem Fahrzeug-Modell, dass von dem umweltfreundlichen Gas
angetrieben wird. Und im Jahr 2020, so die Prognosen, soll es in Deutschland
bereits 10 000 Wasserstoff-Tankstellen für Autos geben.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Institut für Biomedizin und Umweltconsulting (IFBUC)
Westerfeldstr. 1 - 3
33611 Bielefeld
Tel.: 0521 - 989 21 80
Fax: 0521 - 989 21 90
e-mail:
info@ifbuc.com oder
k.bader@uni-bielefeld.de